#StolenMemory: Open-Air Wanderausstellung über persönliche Gegenstände von KZ-Häftlingen zu Gast an der AKS

Die Arolsen Archives eröffnen am 24.04.2026 (Freitag) um 13 Uhr bei uns an der AKS die Open-Air Wanderausstellung #StolenMemory. Im Mittelpunkt stehen der letzte Besitz von KZ-Inhaftierten und die Frage, wie es heute noch gelingt, diese sogenannten Effekten an Familien der Opfer zurückzugeben. Zu sehen ist die Ausstellung in einem aufklappbaren Übersee-Container auf unserem Schulhof (Margaretenstraße 40 in 45144 Essen).

Projektwoche “hidden talents” – Schüler/-innen werden zu Ausstellungs-Experten
Die Alfred-Krupp-Schule beteiligt sich im Rahmen ihrer Projektwoche an der Initiative Stolen Memory der Arolsen Archives. Mit der Ausstellung möchte die Schule Schülerinnen und Schülern einen direkten und persönlichen Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus ermöglichen. Im Rahmen der Projektwoche setzen sich die Jugendlichen anhand der persönlichen Gegenstände intensiv mit den Biografien der Betroffenen auseinander und beschäftigen sich mit Fragen von Erinnerung, Verantwortung und Zivilcourage. Ziel ist es, historisches Lernen mit einer aktiven Erinnerungskultur zu verbinden und das Bewusstsein für Demokratie und Menschenrechte zu stärken. Im Rahmen der diesjährigen Projektwoche hidden talents wird auch eine Schülergruppe die Inhalte der Wanderausstellung aufarbeiten, um anschließend mit dem gesammelten Expertenwissen andere Schülerinnen und Schüler in der Woche vom 04.05. – 08.05.2026 durch die Ausstellung zu führen. Ein geführter Besuch ist für interessierte Eltern auch am Elternsprechtag (08.05.2026) möglich.

„Effekten“ sind persönliche Gegenstände, die Häftlingen bei ihrer Ankunft in den Konzentrationslagern von den Nationalsozialisten abgenommen wurden. Oft waren es Eheringe, Uhren, Füller oder Brieftaschen mit Fotos. #StolenMemory ist eine Kampagne der Arolsen Archives zur Rückgabe dieser persönlichen Gegenstände an die Angehörigen. Über 1.000 Familien konnten seit dem Start der Kampagne 2016 bereits gefunden werden. Die Ausstellung zeigt Bilder solcher „Effekten“ und erzählt vom Schicksal von zehn NS-Verfolgten.

Das Ziel der Ausstellung: Aufmerksamkeit und Unterstützung
Unter der Überschrift „Gefunden“ lenkt die Ausstellung den Blick auf persönliche Gegen-stände, die bereits zurückgegeben werden konnten. Sie berichtet vom Verfolgungsweg der einstigen Besitzer*innen und den Rückgaben an ihre Familien heute. Mit dem Smartphone können die Besucher*innen über QR-Codes Videoportraits aufrufen, in denen die Angehörigen selbst zu Wort kommen.
Unter der Überschrift „Gesucht“ werden „Effekten“ gezeigt, die noch auf ihre Rückgabe warten. Eine wichtige Botschaft ist deshalb auch: Jede*r kann die Arolsen Archives bei der Rückgabe der Effekten unterstützen und sich selbst auf Spurensuche nach den Verfolgten und deren Familien begeben. Denn noch immer bewahrt das Archiv gestohlene Erinnerungsstücke rund 2.000 Personen aus ganz Europa auf.

Der emotionale Wert der Effekten
„Viele NS-Opfer hinterließen ihren Familien keine persönlichen Gegenstände, weil die Nazis ihnen alles nahmen“, so Charlotte Meiwes, Projektleiterin für #StolenMemory bei den Arolsen Archives. Dass die Effekten erhalten geblieben sind, sei für die Angehörigen deswegen überraschend: „Einige von ihnen erfahren neue Informationen über diesen Lebensabschnitt ihrer verfolgten Familienmitglieder“. Deshalb sei es so wichtig, die Familien zu finden und ihnen die Gegenstände zu übergeben.

Ausstellung und Website
Seit August 2020 reist die #StolenMemory-Ausstellung mit mittlerweile vier Containern durch Deutschland und aktuell auch durch Polen und Frankreich. Ermöglicht wurde das Projekt durch eine Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Finanziert werden die Arolsen Archives und auch die Wanderausstellungen in Deutschland durch das Auswärtige Amt.
Begleitend zur Ausstellung bietet die Website stolenmemory.org interessante Einblicke: Kurze, animierte Filme mit ergänzenden Webstories erzählen von individuellen Schicksalen. Diese Materialien wurden speziell für Jugendliche entwickelt und im Juni 2021 mit dem Grimme Online Award in der Kategorie „Wissen und Bildung“ ausgezeichnet. Auf der Website steht zudem umfangreiches pädagogisches Material zum kostenlosen Download zur Verfügung, das von Schulen und Bildungseinrichtungen auf allen Stationen der Wanderausstellung genutzt werden kann.

Wo: Schulhof der Alfred Krupp Schule (Margaretenstraße 40 in 45144 Essen)
Wann: Freitag, 24.04.2026 (feierliche Eröffnung um 13 Uhr) – Mittwoch, 13.05.2026
Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit: 14:00 – 16:30 Uhr
Führungen am 08. Mai 2026 (Elternsprechtag): um 15 Uhr und um 16 Uhr
Besuch von Schulklassen anderer Schulen: 8:00 – 16:30 Uhr (nach vorheriger Anmeldung unter: fachschaft.geschichte@aks.nrw)

Link zur Website #StolenMemory: https://stolenmemory.org/

Pressefotos: https://media.arolsen-archives.org/fotoweb/albums/aQ20pHgb-2ohPucF/

Link zur #StolenMemory-Broschüre: StolenMemory_Broschuere_DE_Online (1)

Das Bildmaterial wurde uns freundlicherweise vom Arolsen Archiv zur Verfügung gestellt. #StolenMemory

Pressekontakt:
Charlotte Meiwes
charlotte.meiwes@arolsen-archives.org
05691 629-359

Über die Arolsen Archives
Die Arolsen Archives sind das internationale Zentrum über NS-Verfolgung mit dem weltweit umfassendsten Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Die Sammlung mit Hinweisen zu rund 17,5 Millionen Menschen gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Sie beinhaltet Dokumente zu den verschiedenen Opfergruppen des NS-Regimes und ist eine wichtige Wissensquelle für die heutige Gesellschaft.

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